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Calciumcarbonat gehört zu den ältesten und am häufigsten eingesetzten Arzneistoffen weltweit. Es dient als Kalziumlieferant und als Antazidum und wird in Tabletten, Kapseln oder Pulver angeboten. Diese Substanz ist deshalb so beliebt, weil sie sowohl Kalzium bereitstellt als auch überschüssige Magensäure neutralisieren kann.

Chemisch besteht Calciumcarbonat aus Calcium- und Carbonat-Verbindungen. Im sauren Milieu des Magens löst es sich auf und setzt Kalzium frei, das der Körper für Knochen, Zähne, Muskeln und Nervenfunktionen benötigt. Neben der Kalziumversorgung wird Calciumcarbonat auch als Phosphatbinder genutzt, etwa bei bestimmten Nierenerkrankungen, um zu viel Phosphat im Körper zu kontrollieren.

Was Calciumcarbonat behandelt

Sie verwenden Calciumcarbonat, wenn ein Calciummangel vorliegt oder der Calciumbedarf erhöht ist. Typische Situationen sind Wachstum, Schwangerschaft oder Stillzeit, in denen der Körper mehr Kalzium braucht. Es dient damit der Knochengesundheit und kann Knochenschwund (Osteoporose) vorbeugend unterstützen – vor allem gemeinsam mit anderen Maßnahmen wie ausreichender Bewegung und Vitamin D.

Darüber hinaus kann Calciumcarbonat helfen, Sodbrennen oder Übersäuerung zu lindern, da es Magensäure neutralisiert. In der Behandlung bestimmter Nierenerkrankungen kann es als Phosphatbinder eingesetzt werden, um überschüssiges Phosphat aus dem Darm zu binden und so Komplikationen zu verringern. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Apothekerin, ob diese Anwendung für Sie sinnvoll ist.

Anwendung und Einnahme – praktischer Leitfaden

Für eine gute Aufnahme wird Calciumcarbonat typischerweise zu den Mahlzeiten eingenommen. Die Magensäure während der Mahlzeit verbessert die Lösung des Wirkstoffs und damit die Kalziumaufnahme. Schlucken Sie die Tabletten oder Kapseln mit ausreichend Wasser und bleiben Sie danach aufrecht sitzen oder stehen, damit der Schluckreiz oder Reiz im Rachen vermieden wird.

Wenn Sie Calciumcarbonat als Antazidum verwenden, nehmen Sie es nach dem Essen oder bei Bedarf gegen Beschwerden. Achten Sie darauf, die empfohlene Höchstdosis nicht zu überschreiten. Teilen Sie höhere Tagesdosen ggf. auf mehrere Einnahmen auf, statt alles auf einmal zu nehmen. Nicht gleichzeitig mit Eisen- oder Zinkpräparaten einnehmen; halten Sie einen Abstand von mindestens 2 Stunden ein, damit sich die Wirkstoffe nicht gegenseitig stören.

Bei der Einnahme mit anderen Medikamenten planen Sie Zeiten so, dass Zwischenräume von etwa 2 Stunden eingehalten werden. Lagern Sie Calciumcarbonat trocken, kühl und lichtgeschützt. Bewahren Sie es außerhalb der Reichweite von Kindern auf. Prüfen Sie vor der Einnahme das Haltbarkeitsdatum und entsorgen Sie abgelaufene Tabletten nicht einfach im Hausmüll.

Bei Vergesslichkeit: Wenn Sie eine Dosis vergessen haben, nehmen Sie sie möglichst bald nach, es sei denn, es ist bald Zeit für die nächste Dosis. Verdoppeln Sie niemals eine Dosis. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie Ihre Apothekerin oder Ihren Apotheker, wie Sie fortfahren sollen.

Was Sie beachten sollten – Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen sind Verstopfung, Blähungen oder ein ungutes Gefühl im Bauch. Diese Beschwerden treten meist bei höheren Kalziumdosen auf. Falls Sie sie merken, sprechen Sie mit einer Fachperson, ob eine Dosisanpassung sinnvoll ist.

Zu den ernsteren, aber seltenen Wirkungen gehören Anzeichen von Kalziumüberladung wie starkes Durstgefühl, häufiges Wasserlassen, Übelkeit, Erbrechen, Verwirrtheit oder Muskelschwäche. Wenn solche Symptome auftreten, suchen Sie umgehend medizinische Hilfe auf. Calciumcarbonat kann auch die Aufnahme anderer Medikamente beeinträchtigen oder das Risiko bestimmter Mineralstoffimbalancen erhöhen. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über Ihre gesamte Medikation, besonders wenn Sie Nierenprobleme haben oder Diuretika verwenden.

Wann Sie einen Arzt konsultieren sollten

Suchen Sie ärztliche Beratung, wenn Sie eine Nierenerkrankung haben, ständig hohe Kalziumwerte festgestellt wurden oder wenn Kalzium-Gaben längerfristig erfolgen sollen. Auch während Schwangerschaft oder Stillzeit ist eine ärztliche Abstimmung sinnvoll, denn die richtige Dosierung hängt von Ihren individuellen Bedürfnissen ab.

Bei wiederkehrenden Magen- oder Darmbeschwerden, bei unklarer Kalziumlage oder wenn Sie zusätzlich andere Medikamente einnehmen, klären Sie die Anwendung mit Fachpersonal. Wenn Symptome einer Hyperkalzämie auftreten oder sich Ihre Beschwerden trotz Einnahme nicht bessern, sollten Sie zeitnah die medizinische Beratung suchen. Bei Kindern, älteren Menschen oder Personen mit chronischen Erkrankungen ist eine enge Abstimmung besonders wichtig.

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Katharina Hoffmann
Medizinisch überprüft von
Katharina Hoffmann
Fachärztin für Allgemeinmedizin